Thementage 2026
Jeannette Bär, Lehrerin für Geschichte/Politische Bildung und Soziologie, erwartet die Lernenden am Treffpunkt
In einer Welt, die immer schneller und lauter wird, sehnen sich viele Menschen nach Momenten der Ruhe und Entschleunigung. Stille, Meditation und Waldbaden sind drei kraftvolle Praktiken, die uns helfen, Stress abzubauen, die innere Balance zu finden und unsere Gesundheit nachhaltig zu stärken. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Begriffen – und welchen Nutzen bringen sie konkret?
Stille: Die Kunst des bewussten Innehaltens
Stille ist mehr als nur die Abwesenheit von Lärm. Sie ist ein Raum, in dem wir uns selbst wieder wahrnehmen können. Studien zeigen, dass regelmässige Phasen der Stille den Blutdruck senken, die Konzentration verbessern und sogar die Kreativität fördern. Wer bewusst Stille sucht – sei es durch stille Spaziergänge, das Abschalten von Hintergrundgeräuschen oder das bewusste Schweigen – gibt seinem Nervensystem die Chance, sich zu regenerieren. Besonders in einer Zeit ständiger Reizüberflutung ist Stille ein wertvolles Gegenmittel.
In Ingenbohl gibt es viele Orte, um bewusst Stille zu suchen: sei es durch einen Spaziergang entlang des Vierwaldstättersees, das Verweilen im Kloster Ingenbohl oder einfach durch das bewusste Abschalten von Hintergrundgeräuschen im stillen Studienraum oder dem neu eröffneten Entspannungsraum für Lernende.
Meditation: Training für Geist und Seele
Meditation ist eine jahrtausendealte Praxis, die in den letzten Jahrzehnten auch wissenschaftlich intensiv erforscht wurde. Regelmässiges Meditieren stärkt nicht nur die emotionale Resilienz, sondern kann auch körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen oder Schlafstörungen lindern. Durch Achtsamkeitsmeditation lernen wir, im Hier und Jetzt zu verweilen – statt in Gedanken an Vergangenheit oder Zukunft gefangen zu sein. Schon wenige Minuten täglich reichen aus, um langfristig mehr Gelassenheit und Klarheit im Alltag zu erleben.
In Ingenbohl gibt es verschiedene Möglichkeiten, Meditation zu praktizieren: Ob in der stillen Krypta der Klosterkirche, auf einer Bank im Ingenbohler Wald oder auch in der Meditationsgruppe des Theresianums, welche regelmässig über die Mittagszeit Meditationen anbietet.
Waldbaden: Natur als Therapie
Das japanische «Shinrin-Yoku» – zu Deutsch «Waldbaden» – ist eine bewusste Zeit im Wald, bei der alle Sinne angesprochen werden. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass der Aufenthalt im Wald das Immunsystem stärkt, Stresshormone reduziert und sogar die Stimmung hebt. Die ätherischen Öle der Bäume, das sanfte Rascheln der Blätter und das natürliche Licht wirken wie eine natürliche Therapie. Waldbaden muss nicht kompliziert sein: Ein langsamer Spaziergang, bei dem man die Umgebung bewusst wahrnimmt, reicht bereits aus, um die heilsame Wirkung zu spüren.
Der Ingenbohler Wald, mit seinen alten Bäumen, sanften Pfaden und der frischen Luft, ist ein idealer Ort, um diese Praxis auszuprobieren. Besonders im Herbst, wenn die Blätter in warmen Farben leuchten, oder im Frühling, wenn alles neu erwacht, ist der Wald ein Ort der Inspiration und Erholung.
Fazit: Kleine Auszeiten, grosse Wirkung
Stille, Meditation und Waldbaden sind keine Wundermittel – aber sie sind kraftvolle Werkzeuge, um im hektischen Alltag wieder zu sich selbst zu finden. In Ingenbohl haben wir das Glück, all diese Praktiken an wunderschönen Orten ausüben zu können: im Kloster, am See oder im Wald.
Wer diese Praktiken regelmässig in seinen Alltag integriert, wird nicht nur entspannter, sondern auch widerstandsfähiger und zufriedener. Probieren Sie es aus: Schaffen Sie sich bewusst Momente der Stille, meditieren Sie ein paar Minuten am Tag oder gönnen Sie sich ein Waldbad. Der Schulalltag wird um vieles entspannter. Körper und Geist werden es Ihnen danken.
Leitung und Organisation des Angebots: Jeannette Bär, Lehrperson
Text und Bildmaterial: Daniel Steiner